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Das Antlitz
Jeden Tag meines Lebens werde ich mich daran erinnern, an dieses „Antlitz“ das mein Leben veränderte. Lächelnd und voller Glanz kam es auf mich zu, nahm mich in seine Arme und liebkoste mich zärtlich, gleich einem Engel, hell und warm. Ich vergötterte dieses Antlitz und wich ihm nicht mehr von der Seite. Mein Leben gab ich ihm und ich würde es beschützen und wenn es bedeuten würde, mein eigenes dafür herzugeben. Wie traurig war ich, wenn ich es nicht sehen konnte, ich legte mich still in eine Ecke und wartete den ganzen Tag, oft stundenlang darauf, es endlich wieder zu sehen und um mich zu haben. Dann war die Freude groß und ich sprang und hüpfte umher um mein Glück zu zeigen.
Einige Jahre später…
Jeden Tag meines Lebens werde ich mich daran erinnern, an dieses „Antlitz“ das mein Leben veränderte.
Ich liege zusammengekauert in einer Ecke und sehe vor mir die Gitterstäbe die zu meinem Leben geworden sind. Es ist kalt und es fröstelt mich, viel mehr doch lässt meine Einsamkeit mich erschauern. Ich sehe Dich vor mir und Dein Engelsgesicht, als Du auf mich zukamst und mit einem süßen Lächeln mich in die Arme nahmst und mich aus meinem Leben entführt hast. Ich wollte nicht fort, denn ich ahnte dass etwas nicht stimmte und mein Leben nie mehr das sein würde, was es bisher war. Ich wollte nicht! Und Dein Antlitz verzog sich zu einer hässlichen „Fratze“ die mich lieblos anstarrte und Deine Hände die mich sooft liebkosten, gaben mir nun Schmerzen. Zu diesem entstellten, verzerrten Antlitz gesellte sich nun ein widerwärtiges Grinsen und laute, lieblose Worte. Die ich nicht verstand, obwohl ich dennoch wusste dass es nichts Gutes zu bedeuten hatte. Diese Fratze übersetzte mir diese Worte und wird mich verfolgen bis zu meinem Lebensende. Heute erinnern mich diese Gitterstäbe vor mir daran, mein hinkendes Bein und meine so große Einsamkeit.
Und jeden Tag werde ich mich erinnern an dieses helle Antlitz das sich zu dieser dunklen, grotesken Fratze verwandelte und mein Leben von einem Tag auf den anderen unbedeutsam und nichtig machte….
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